Über mich
 

Meine psychiatrische Geschichte begann etwa 2003, als ich mich unbedarft und hilfesuchend durch eine psychische Krise in die Obhut der Institutsambulanz einer Psychiatrie begab.

Ab 1999 ging es mit meiner Psyche plötzlich und für mich unerwartet bergab, als meine Großmutter verstarb.

Meine Oma ware eine loyale und immer gerechte Person, sie war zu uns Kindern immer lieb und fürsorglich, niemals ungerecht. Es gab keine Bevorzugung oder dergleichen.

Ich bin als Säugling von meiner Adoptivfamilie aufgenommen worden, nachdem, wie ich heute weiß, meine leibliche Mutter forciert wurde mich abzugeben.

Schon als Kleinkind erfuhr ich, dass ich nicht meiner Adoptiv-Mamas Bauch gewachsen war, und ab dem Tag an dem ich dann bald auch wusste, dass ich von meiner leiblichen Mutter weggegeben wurde, entwickelten sich tiefe Ängste vor dem Wiederabgegebenwerden und vor Ablehnung.

Gleichzeitig enstanden enorme innere Ansprüche an mich selbst immer das perfekte, liebe und dankbare Kind zu sein, dass laut meiner Adoptivmama "ausgesucht" worden war.

Mein Adoptivbruder (von einer anderen leiblichen Mutter) war leider schon als junger Mensch ein regelrechter Tyrann.

Ich habe sehr schwere und langanhaltenden psychischen Missbrauch und Gewalt durch ihn erfahren, sexuelle Drohungen, er hat sich teilweise an meinen Freundinnen vergriffen und dann auf große Liebe gemacht. Er empfing in unserer Wohnung viel zu junge Frauen, die der Reihe nach mit ihm und seinen gleichermaßen kranken Freund Sex hatten, Vor meinem Zimmer und meiner Privatsphäre gab es keinen Halt. In meiner Abwesenheit wurden Türen eingetreten und mein Bett als Liebesnest benutzt. Er setzte dann später noch Kinder in die  Welt, die er auf eine ganz ganz kranke Art vernachlässigte und ihnen mit seinem Verhalten nachhaltig psychisch zusetzte.

Meine Eltern haben vieles nicht gesehen,  auch, weil wir "Kinder" im DG "lebten"  und sie im Erdgeschoss.

Viele Jahrzehnte habe ich dazu geschwiegen, es verdrängt, all das war teils fast wie vergessen, ich habe nicht wahrhaben wollen wie krank das alles ablief, und was es mit und aus mir gemacht hatte.

Die heutige Erkenntnis, dass ich das ganze Gegenteil von Minderintelligent bin, so wie ich mir immer vorgekommen bin,  ist heute für mich eine Antwort auf viele Reaktionen, auch die meiner Adoptivfamilie, in meinem Leben auf mich.

Ín der Schule kam ich immer durch ohne überhaupt aktiv zu lernen oder am Unterricht  teilzunehmen. Die Unterrichtsinhalte dort deckten sich nicht mit meinen Interessen und Ansprüchen.

Schule, Ausbildung, Beruf und Studium haben mich all die Jahre maßlos unterfordert.

Gerade dieses "Anderssein" und "Nichtverstandensein" hat mich oft in seelische Krisen geführt, und zwar immer und immer wieder. Mein Denken scheint anders und komplexer zu sein.

In meinem weiteren Leben kamen noch einige Übergriffe durch verschiedene Täter hinzu, Nötigungen über viele Jahre etc. etc.

Erst 2018, als ich aus dem Medikamentenkarussell heraus war, wurde mir so vieles klar und auch erstmals zu einem "offenen" Problem für mich.

Im August 2019, nach erneuter Retraumatisierung durch einen Arzt, brach mein komplexes Trauma auf.

Die Gründe und Auslöser für die einstige Depression lagen jetzt offen  wie eine frische Wunde.

Hinzu kommt der protahierte Entzug vom Polydrugging der Psychiatrie, der seit 2018 anhält.

Ich bin ein Pflegefall.

Die Begegnung 2003 mit einer Psychiaterin hat mein Leben nachhaltig zerstört.

Ich schluckte brav diverse Cocktails an Psychopharmaka über 15 Jahre. Immer wieder wurde ich während dieser Jahre durch das plötzliche Herausnehmen eines Medikaments und das Eindosieren eines ganz anderen in Kaltentzüge forciert .

Nebenwirkungen eines der ersten Antidepressiva wurden als Schizophrenie gewertet, fehldiagnostiziert und mit neuen neurotoxischen Psychopharmaka "beantwortet".

Die schweren Nebenwirkungen wurden als unabhängige körperliche Erkrankungen gewertet. Weitere Medikationen waren hier wieder einmal die Antwort.

Zum Ende, als ich 2017/2018 sagte "Entweder ohne - oder gar nicht leben", wurde ich durch einen Psychiater in zwei weitere Kaltentzüge "geleitet", die jetzt drei bzw. 2,5 Jahren nach Null immer noch mit Invalidität nachwirken.

Man hat mein Leben in einen einzigen Trümmerhaufen verwandelt.

All das wurde mir selbst jedoch auch erst nach Null überhaupt bewußt, als ich wieder wie ein Mensch denken und fühlen konnte.

Alles was vor den "Behandlungen" an und in meinem Leben kaputt gewesen war, hätte heilen können, wären diese geisteskranken medikamentösen "Antworten" der Ärzte mit ihrer Basis aus Verschweigen und Lügen nicht gewesen.

Ohne meinen Mann würde ich diese Seite hier heute nicht betreiben können, denn ich würde nicht mehr existieren. Er hat mich und meine Katzen seit dem 01.09.2018 mit seiner unbändigen Liebe und Fürsorge am Leben erhalten.

Mein Leben wird so oft nur noch regiert von Angst und Depression.

Ich weiß, alle physischen Wunden durch die teuflischen Psychopharmaka werden in ein paar Jahren heilen.

Es bleiben davon nur harmlose Narben übrig.

Mein einziges Anliegen auf diesem Planeten ist es möglichst viele Menschen vor der Psychopharmaka-Einnahme zu warnen und dahingehend aufzuklären.

Ruth Dellhofen

 

Ich widme diese grafische und journalistische Arbeit meinem Mann Ralf und meinen ehemaligen "Kollegen und Kollegen" der WfB

 
 


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